Basketball-Finale: Hat Alba doch eine Chance? So wurde Bayern ausgetrickst

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Alba Berlin sensationell: 79:70-Sieg gegen Bayern München

„Ein Viertel, in dem wir nur sechs Punkte machen, habe ich noch nie erlebt hier im BMW-Park!“ Bayern-Präsident Herbert Hainer persönlich sprach Alba das größte Lob der Saison aus. 20:6 gewann Berlin das 2. Viertel in München und verblüffte nicht nur den Bayern-Boss.

Am Ende triumphierte Alba 79:70, holte den Ausgleich in der Final-Serie (1:1 nach Spielen) und überraschte ganz Basketball-Deutschland. Viele Experten hatten auf einen 3:0-Durchmarsch der Bayern in der Playoff-Serie nach dem Modus „best of five“ getippt. Wer drei Siege einfährt, ist neuer Deutscher Meister. Was für eine Aufholjagd!

Alba-Fans feiern DIESEN Monster-Dreier

Alba-Fans feiern DIESEN Monster-Dreier

Quelle: DYN MEDIA

Aber nicht mit Alba! Zum wiederholten Male bewiesen die Riesen aus der Hauptstadt ihr Kämpferherz. OHNE gelernten Aufbauspieler, Hermannsson, Spagnolo und Samar sind verletzt, ohne Mega-Talent Gabriele Procida (ebenfalls verletzt) und mit einem angeschlagenen Kapitän Johannes Thiemann (Reizung der Patellasehne) schenkt Alba allen Fans eine spannende Serie über mindestens vier Spiele. Partie Nummer drei steigt am Mittwoch (20.30 Uhr, live bei Dyn, Anzeige) in der Berliner Uber Arena.

Alba-Basketballer beweisen ihr Kämpferherz

Alba-Basketballer beweisen ihr Kämpferherz

„Wir haben bewiesen, dass wir noch genug Energie im Tank haben“, sagte Berlins Malte Delow zum Sieg in München. Energie, das Stichwort, denn damit und mit einigen taktischen Kniffen fuhr Alba den Sieg ein. Offensiv-Rebounds Ganze 13 Mal packte sich Alba den Ball nach einem Fehlwurf im Angriff gegen körperlich überlegene Bayern und nutzte die zweite Chance zum Punkten mehrmals!

Das ging aus Berliner Sicht nur mit viel Einsatz und Energie und davon hatte Alba viel mehr im 2. Viertel als Bayern. Zum Vergleich: Bei der Pleite im ersten Spiel schaffte Alba nur 3 Offensiv-Rebounds.

Sterling Brown: Der Matchwinner

Sterling Brown: Der Matchwinner

Brachte den BMW-Park zum Schweigen: Berlins Matchwinner Sterling Brown Foto: Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur

Sterling Brown Der Alba-Ami verdiente sich im Lauf der Saison so einige Male den Ruf eines Zockers. Warum? Wilde Dreier in wichtigen Phasen und ausbaufähige Defensive wie auch Körpersprache ließen einige Fans ziemlich zweifeln am Ex-NBA-Profi (292 Spiele). In den Playoffs dreht Brown auf. NEUN Assists, also direkte Korbvorlagen, lieferte er beim Sieg in München, dazu 17 Punkte. Mehrmals bediente er Khalifa Koumadje direkt für sogenannte einfache Punkte aus dem „Pick and Roll“. Ein Spielzug, den Alba in dieser Form gegen Bayern so noch nicht geboten hatte.

Defensive und Ballverluste

Defensive und Ballverluste

Die große Schwäche der Berliner im Saisonverlauf und auch im 1. Finale, da verloren sie 20 Mal den Ball. Nur 12 Mal passierte dies im 2. Finale. Das lag zuallererst an den Bayern! Die schafften es eben nicht, die Berliner Aufbauspieler permanent unter Druck zu setzen und sie zu Ballverlusten zu zwingen. So konnte Alba seine Spielsysteme besser durchziehen und wenn ein Wurf nicht traf, holte man sich über Offensiv-Rebounds eine zweite Chance.

Bester Alba-Schütze: Matt Thomas

Bester Alba-Schütze: Matt Thomas

Bester Alba-Schütze mit 21 Punkten beim Sieg in München: Matt Thomas Foto: Bruno Dietrich / City-Press GmbH Bildagentur

Defensive Weltmeister Andi Obst erwischte keinen guten Abend im 2. Finale. NULL Punkte bei nur drei Wurfversuchen aus dem Feld. Unüblich für den Dreiergott, lag aber natürlich auch an der Berliner Team-Defensive, gegen die Bayern-Spielmacher Leandro Bolmaro wenig Antworten fand. Sein angeschlagener Spielmacher-Kollege Sylvain Francisco stand immerhin wieder im Kader und könnte der X-Faktor im 3. Finale werden.

Energie-Level: Alba überzeugt

Energie-Level: Alba überzeugt

Das war einfach nur 1 plus mit Sternchen bei Alba. Dagegen hatte man bei Bayern den Eindruck, und das nicht zum ersten Mal in dieser Saison, dass die Energie einiger Spieler etwas nachlässt angesichts der Überlegenheit im 1. Finale, zu Beginn des 2. Finals und natürlich der eigenen Qualität. Bayern hat den besten Kader der Bundesliga-Geschichte, das kann schon mal zu Energie-Verlust führen oder zumindest so aussehen, wenn man sich zu sehr auf sein offensives Talent verlässt.

Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto, picture alliance / BEAUTIFUL SPORTS/Wunderl, picture alliance / nordphoto GmbH / Hafner, picture alliance / Pressefoto BaABER:

Bisher hat Bayern immer zurückgeschlagen nach vermeintlich vermeidbaren Pleiten wie zum Beispiel auch im Viertelfinale gegen Ludwigsburg. Sprich: Die abgezockten Münchener wissen genau, wann es zählt und fanden ihre Energie rechtzeitig wieder. Gelingt das auch im 3. Finale, wird es schwer für Alba, den Coup vom Montagabend zu wiederholen.